Die bewegte Geschichte des Skilifts am Friherrenberg

Dank Pioniertat noch heute in Betrieb

 
Wer nichts wagt, gewinnt nichts! So lautete die Devise des Einsiedlers Alexander Lienert, der schon als Junge ein Ski- und Bergsportbegeisterter war und unter anderem im Jahr 1934 auch Schülermeister wurde. Aber auch in seinem Beruf als Mechaniker war er talentiert, ehrgeizig und ein ausdauernder Tüftler, der sich jedem technischen Problem stellte und stets mit Akribie und Willen die optimalste Lösung suchte.

So trat man mit einem grossen Anliegen an ihn heran: die Sanierung, respektive die Verbesserung des Friherrenbergskilifts, welcher 1947 als Tellerlift erstellt worden war, der allerdings mehr schlecht als recht funktionierte. Im Namen der Aktiengesellschaft wurde der junge Unternehmer angefragt, ob er nicht eine brauchbare und konstruktiv sichere Anlage bauen könne. Zuvor galt es jedoch, einen Lift ausgehend vom Birchli auf den Friherrenberg zu bauen.

Alex Lienert übernahm die Aufgabe, den Antrieb und die Mitnehmer des Lifts zu planen und zu erstellen. Bald war dem innovativen Pionier aber klar, dass mit den bisherigen und bekannten Arten von Liften keine befriedigende Lösung gefunden werden konnte und er sich auf die Erfindung des Bügellifts des Davoser Skischulleiters konzentrieren musste. Der Knackpunkt war nämlich der sogenannte Mitnehmer mit den Bügeln, welche unters Gesäss geklemmt werden können und sich bis heute bewähren.

Der Einsiedler merkte bald, dass der Seilzug am Mitnehmer eine Bremse braucht, um die Geschwindigkeit der zu befördernden Person nicht zu abrupt wirken zu lassen. Das war schliesslich die Aufgabe, die der Tüftler und Erfinder in unzähligen Stunden zu lösen versuchte. So kristallisierte sich schliesslich eine Konstruktion mit einem hydraulischen System heraus, die im Birchli zur Zufriedenheit aller funktionierte und erst noch die schnellste in ganz Europa war.

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Bilder aus alten Zeiten

Weitherum einen Namen geschaffen

Doch trotz dieses Erfolgs hegte Alex Lienert bereits neue Visionen, und er war überzeugt, auch mit einer mechanischen Konstruktion sollte es möglich sein, die notwendige Bremswirkung oder die sukzessive Bremskraftzunahme zu erzielen. So tüftelte er weiter, bis auch diese Idee konkret umgesetzt war und die neue Version eines Gehänges/Mitnehmers einwandfrei funktionierte und er daraufhin auch definitiv den Zuschlag erhielt, den vorderen Lift am Friherrenberg auf die neuste Technik umzurüsten.

Davon erfuhr auch der schon damals bekannte österreichische Liftbauer Doppelmayr, der dann für den sogenannten vorderen Lift die notwendige Zahl der Gehänge/Mitnehmer erstellen und liefern konnte. Allerdings nahm die Firma auch gleich die Erfindung des Einsiedlers mit und montierte dessen System ohne sein Wissen in weiteren Skiorten. Leider hatte Alex Lienert seine Erfindung nicht patentieren lassen.

Das den aktuellen Möglichkeiten angepasste und vom Einsiedler Pionier ersonnene und entwickelte System ist auch heute noch weltweit in Betrieb, und es existieren allein in der Schweiz immer noch Hunderte solcher Anlagen.
 

Ein Freudentag für Einsiedeln

Am Dreikönigstag 1951 wurde dann der neue Skilift vom Chüelmattli auf den Friherrenberg bei optimalen Schneebedingungen und strahlendstem Winterwetter und mit viel Publikum eingeweiht. Während der Festtage hatte der durch Alex Lienert erstellte Skilift schon Tausende von Skifahrern auf den Gipfel des Friherrenbergs transportiert und dies zur grossen Freude aller.

Der damals neue Lift mit knapp 900 Metern Länge, welcher einen Höhenunterschied von knapp 190 Metern überwand, besass eine Förderleistung von stündlich 700 Personen und war mit 3,2 Metern pro Sekunde der schnellste der Schweiz.

Zwischenzeitlich wurde dann wegen des grossen Aufmarschs an Skifahrern aus der Region und aus dem Einzugsgebiet, das hauptsächlich bis nach Zürich reichte, sogar ein Parallelskilift am Friherrenberg gebaut. Dieser wurde aber später wieder abgerissen.

Mit einigen der Zeit entsprechenden Anpassungen und Modernisierungen präsentiert sich der Skilift auf den Friherrenberg auch heute noch in seiner mehr oder weniger ursprünglichen Form. So beträgt die Fahrgeschwindigkeit auf der 815 Meter langen Strecke des mit acht Masten gestützten Skilifts 2,8 Meter pro Sekunde, und es können stündlich 1000 Personen auf den Berg gebracht werden.

Nicht nur aus nostalgischen Gründen wird dank der Initiative einiger skisportbegeisterter Einsiedler um Fredy Maag hoffentlich nun im kommenden Winter an diese lange Tradition angeknüpft und mit Begeisterung am Skifahren der Friherrenberg wieder von Jung und Alt belebt.
 
Marlies Mathis, Markus Lienert 11/2021
Skilift Einsiedeln AG
Allmeindstrasse 15
8840 Einsiedeln
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